Gemeinsam Waldauszeit erleben

Unter diesem Motto machte sich zum Herbstanfang am 1. September eine gut gelaunte Gruppe von zwölf Bewohner:innen des Hauses Auf dem Roßbühl bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg zu ihrem zweiten Waldausflug in den Seewald. Zu Beginn haben wir erstmal unseren Alltagsballast in einer Tasche an der „Waldgarderobe“ abgeben können und erfahren was es mit dem „Waldbaden“ auf sich hat. „Baden in der Wald-Atmosphäre“ so nennt sich die japanische Tradition nach freier Übersetzung. Damit ist nicht etwa das Baden in einem Waldsee gemeint, der Vergleich passt allerdings: Ähnlich wie in einem See, so können wir auch in einen Wald mit all unseren Sinnen regelrecht eintauchen und dies hat – wissenschaftlich belegt – positive Wirkung auf Körper, Geist und Seele: Der Wald baut Stress ab, indem unser Nervensystem zur Ruhe kommt. Er begünstigt die Herzgesundheit, wirkt positiv auf die Atmungsorgane, fördert einen gesunden Schlaf, stärkt das Immunsystem und ebenso die psychische Widerstandskraft, die sogenannte Resilienz. Er hebt unsere Stimmung, lässt unsere Konzentration und Aufmerksamkeit steigern, inspiriert, fasziniert uns, weckt so die Kreativität und unterstützt uns achtsamer durchs Leben zu gehen. An diesem Nachmittag haben wir mit Hilfe eines Handspiegels eine andere Perspektive der unmittelbaren Umgebung, von uns und dem Kronendach der Bäume über uns erfahren. Mit „Waldbingo“ die Sinne aktiviert, dabei Naturmaterialen wie die letzten Brombeeren und Blüten, Moos, Zapfen, Rindenteile, Federn und Schneckenhäuschen rechts und links des Weges gesucht und gesammelt, Pflanzen und Bäume bestimmt, „blind“ gerochen und gefühlt. In der Pause bei Kaffee und Gebäck haben wir mit Standlupen Kleines groß werden lassen und dabei gestaunt und Erinnerungen aufkommen lassen. Auf die Melodie eines umgeschriebenen Textes des Liedes "Wer will fleißige Handwerker sehen", wurde gesungen und so der Schönheit der Natur gehuldigt. Ein Fotobuch zum Seewald im Jahreszeitenkreis wurde in der Runde rumgereicht* und bei einem kleinen waldlyrischen Gedicht von Erich Kästner haben wir erfahren, dass Waldbaden schon vor den Japanern „erfunden“ wurde 😉. Zum Ausklang gab es kleine Geschenke, um mit den gesammelten Naturmaterialen im Haus kreativ werden zu können. Bestimmt war es nicht der letzte Ausflug in das kleine Wäldchen zu den Toren Korntals….

Johanna Clasing, Kursleiterin für Waldbaden und Natur Resilienz Training *(alle Ausgaben sind in der Korntaler Bücherei zu sehen)

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